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Chronik 1864-2012

Chronik der St.Sebastianus Schützenbruderschaft Süng von 1864 e.V.

1864-2012

Die folgende Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch können durch mehrfache Übermittlung von zeitlichen Daten Ungenauigkeiten im Ablauf auftreten. Wesentlich erscheint jedoch, die Entwicklung der Schützenbruderschaft über einen Zeitraum von 125 Jahren in einer allgemein verständlichen Form darzulegen. Am 08. September 1860 wurde Süng durch Urkunde des Erzbischofs und Kardinals von Geißel von Lindlar abgetrennt und zur selbständigen Pfarre erhoben. Die Veröffentlichung erfolgte bei einem feierlichen Gottesdienst und gleichzeitiger Einführung eines ersten Pfarrers am 16. Oktober 1860. Dieser erste Pfarrer, Gottlieb Teller, gründete im Jahre 1864 den Sebastianus Schützenverein, da er wusste, dass gerade derartige Vereine ihm bei der Ausübung seines Amtes eine wertvolle Stütze sein würden. Auch in der heutigen, gültigen Satzung der Schützenbruderschaft sind die Aufgaben verankert, die im Gründungsjahr zu Grunde gelegt wurden. „Für Glaube, Sitte und Heimat“.

Der Schützenverein wurde Träger der Kirmes. Diese wurde auf dem Vorplatz der alten Kirche in Süng gefeiert. Das Schützenzelt dagegen stand in Hartegasse auf dem heutigen Parkplatz des Hotel-Restaurant Sprenger-Roth.

Im Jahre 1908 wurde unter dem Präses Pfarrer Anton Esser die Kirmes ebenfalls nach Hartegasse verlegt, und wird seitdem unter dem Namen „Schützenfest und Kirmes“ am dritten Sonntag im Juli gefeiert. Eine alte Tradition, die bis in die 60er Jahre Bestand hatte. Aus organisatorischen Gründen wurde dann der vorletzte Sonntag im Juli festgelegt.

Die erste Vereinsfahne mit dem Bild des heiligen Sebastianus erhielt der Verein unter Präses Pfarrer Ignaz Schellarts im Jahr 1871.

1889 wurde das 25-jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. König wurde Richard Schmitz, Drogist aus Opladen, jedoch aus Hartegasse stammend.

Präses Pfarrer Esser, über fast ein halbes Jahrhundert Freund und Berater der Schützenbruderschaft, erbaute in den Jahren 1913/14 die jetzige Pfarrkirche. Neben der Pfarrgemeinde wurden ihm Unterstützung bei der Durchführung der Bauarbeiten durch die Mitglieder des Schützenvereins geleistet.

Das goldene Jubiläumsschützenfest im Jahre 1914 verlief den Annalen nach in bester Harmonie. Das Festzelt übernahm der Landwirt Josef Sprenger aus Hartegasse. Sein Sohn Max schoss den Königsvogel und übernahm die Königswürde von August Müller sen. aus Steinenbrücke.

Kurz darauf kam die Mobilmachung, der 1.Weltkrieg begann. Viele junge Männer, auch aus den Reihen der Schützenbruderschaft, verloren in den folgenden 4 Jahren ihr Leben. Durch den Weltkrieg bedingt, wurde bis zum Jahre 1920 kein Schützenfest gefeiert.

Schützenfest 1926. Bei strahlendem Sonnenschein konnte anfangs gefeiert werden. Am Schützenfestmontag brach jedoch abends ein orkanartiger Sturm mit Gewitter aus. Das Festzelt wurde vollständig vom Sturm vernichtet. Auch die Spielbuden der Schausteller wurden dem Boden gleich gemacht. Erfreulicherweise kam bei diesem Unglück keine Person zu Schaden.

Am 8. Juli 1934 beschloss man einstimmig, der neu errichteten Erzbruderschaft vom heiligen Sebastian beizutreten. Die Aufnahme erfolgte am 4. September des gleichen Jahres durch den Generalpräses Pfarrer Dr. Louis in Bärrich bei Leverkusen. Die feierliche kirchliche Aufnahme fand am 28. Oktober, zum Christkönigsfest, durch Pfarrer Esser statt. Im folgenden Jahr, am 20. Januar 1935, wurde erstmals das Patronatsfest gefeiert, morgens mit gemeinsamer hl. Kommunion der Schützen, abends als Familienfest unter Mitwirkung der anderen kirchlichen Vereine. Dieses Winterfest mit Theateraufführung wurde zur Tradition und erfreut sich gerade zur heutigen Zeit wieder wachsender Beliebtheit.

Nach der Machtübernahme durch Hitler begannen auch für die Schützenbruderschaft schwere Jahre. Jede Art von Schießsport in der Gemeinschaft wurde untersagt, die Veranstaltungen weltlicher Feste wurden verboten. Um jedoch den Schießsport weiter zu betreiben bzw. auch weiterhin Schützenfeste feiern zu können, wurde anlässlich einer Generalversammlung der Schützenbruderschaft beschlossen, einen neuen, weltlichen Verein zu gründen. Noch im gleichen Monat wurde hierzu die Erlaubnis erteilt.

Doch auch der neue Verein hatte nicht lange Bestand. Gemäß Generalversammlung vom 21. März 1937 beschloss man, die weltlichen, vorgeschriebenen Satzungen  nicht anzuerkennen, das wiederum die Auflösung des Vereins zur Folge hatte. Die kirchliche Bruderschaft blieb bestehen, jedoch nur passiv. Das Vereinsvermögen wurde der Kirche übergeben. Die Königskette wurde Präses Esser übergeben. Ein neu gegründeter Kleinkaliberverein übernahm die Ausrüstung der Bruderschaft.

1939. Beginn des 2.Weltkrieges. Wieder mussten auch aus der Bruderschaft Gefallene beklagt werden.

Endlich, im Juli 1946, konnte die Vereinsarbeit wieder aufgenommen werden. Ein neuer Vorstand wurde bei der Generalversammlung gewählt. August Nies legte sein Amt als 1.Brudermeister, welches er jahrzehntelang innehatte, nieder. Hans Stein wurde 1. Vorsitzender. In Anerkenntnis seiner Verdienste wurde August Nies zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt.

Da das 75-jährige Jubiläum der Bruderschaft, bedingt durch den 2.Weltkrieg nicht gefeiert werden konnte, wurde beschlossen, das Schützenfest zum 90. Jubiläum in besonderer Aufmachung zu feiern. Von den Schützenbrüdern begrüßt wurde die erstmalige Anschaffung von Schützenröcken. Die Bruderschaft gewährte einen Zuschuss von DM 30,-- pro Rock. Auch wurde rechtzeitig zum Jubiläum im Jahre 1953 eine Jungschützenabteilung gegründet. Erster Jungschützenmeister wurde Theo Scheurer aus Ohl. Die Jungschützen schossen beim Schützenfest erstmals ihren eigenen Vogel. Erster Schützenprinz wurde Josef Sprenger aus Hartegasse.

Weiterhin wurde beschlossen, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen, da die alte Fahne, aus dem Jahre 1871 stammend, im Laufe der Zeit doch stark gelitten hatte. Von den Schützenbrüdern wurden große Opfer erbracht, doch auch die Bevölkerung beteiligte sich durch Spenden, so das die neue, handgestickte Fahne am Schützenfestsonntag 1954 durch den neuen Präses Pfarrer Josef Lentzen geweiht werden konnte. Dies war seine erste Amtshandlung als Präses, denn im vergangenen Jahr 1953 war der hochgeschätzte Pfarrer Anton Esser verstorben.

Recht ansprechend wurde das Jubiläumsschützenfest 1954 begangen. Fast 500 Schützenbrüder aus benachbarten Vereinen feierten mit. Die Königswürde errang in diesem Jahr Fritz Siebel aus Hartegasse. Schützenprinz wurde Hans Walter Wurth aus Bonnersüng.

Da nach dem 2. Weltkrieg die Pfarrkirche Süng nur noch über 1 Glocke verfügte, wurde die Anschaffung neuer Glocken angeregt. Die Schützenbruderschaft übernahm die Sammlungen. Eine stolze Summe von DM 11.000,-- wurde zusammengetragen. Schon bald darauf wurden 5 neue Glocken in Auftrag gegeben. Bei der Glockenweihe, die Präses Pfarrer Daners vornahm, standen die Schützen Pate. Die kleinste der Glocken wurde übrigens auf den Namen St. Sebastianus getauft.

Auch die Schießmannschaft der Bruderschaft wurde in ihren Schießveranstaltungen immer reger und konnte in den folgenden Jahren gute Ergebnisse vorweisen.

Am 16. Oktober 1960 kam es zur feierlichen Einführung von Pfarrer Anton Weimer, der auch gleichzeitig Präses der Schützenbruderschaft wurde. 17 Jahre konnte er dieses Amt ausüben.

Am 8. Februar 1961 feierte ein Sohn der Gemeinde, Rudolf Scheurer, seine feierliche Primiz. Vollzählig nahmen Schützen und Jungschützen an der Feier teil.

1962 legte Hans Stein sein Amt als 1. Brudermeister nieder. In der Generalversammlung vom 18.05.62 wurde Richard Spicher aus Süng einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ein großes Erlebnis im kirchlichen Bereich der Pfarrgemeinde wurde die Fronleichnamsprozession 1963. Sie wurde erstmals, auch erstmalig in der gesamten Diözese, per Auto durchgeführt. 50 Personenwagen, bunt mit Blumen und Symbolen geschmückt, begleitete das Allerheiligste zu den entfernt liegenden Ortschaften. Der Baldachin, von Schützen getragen, wurde auf einem geschmückten Lastwagen placiert. Die Jungschützen übernahmen die Ordnung des Straßenverkehrs.

Im gleichen Jahr trat die Schützenbruderschaft Süng in den neu gegründeten Sülztalverband ein.

100 Jahre Schützenbruderschaft Süng. Am 18. Juli 1964 eröffnete die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Süng mit einem Festkommers die Feier ihres hundertjährigen Bestehens. Zahlreiche Ehrengäste, an ihrer Spitze Generalpräses Erpenbach, Pfarrer Milde als Schirmherr, Kaplan Scheurer als Sohn der Pfarre, als Vertreter der Gemeinde Bürgermeister Bosbach und Gemeindedirektor Fabritius, sowie zahlreiche Abordnungen befreundeter Vereine und Bruderschaften hatten sich zu diesem Ereignis eingefunden. Einen entscheidenden Anteil an dem Gelingen des Abends hatten der Musikverein Frielingsdorf, der Kirchenchor „Cäcilia“ Süng sowie der Tambour Korps Hartegasse, welche diese Stunden den festlichen Glanz zu geben vermochten und viel Beifall ernteten.

Mit einem festlichen Hochamt begannen die Schützen den Sonntag. Pfarrer Braun aus Lindlar hielt die Festansprache. Ein anschließendes Platzkonzert sowie der traditionelle Frühschoppen rundeten das Bild eines gelungenen Festes ab. Ein großartiger Festzug unter Beteiligung von 10 befreundeten Bruderschaften bzw. Schützenvereinen bot nachmittags den zahlreichen Zuschauern ein herrliches Bild.

Schnell war der Königsvogel am Montag von der Stange geholt, denn im Jubeljahr wurde hart um die Königswürde gerungen. Letztendlich konnte Hartwig Jesse mit Gattin Anneliese sich als neues Königspaar feiern lassen. Prinz wurde Friedhelm Wester, der seine junge Frau Hubertine als Prinzessin vorstellen konnte. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung vollzog Präses Pfarrer Weimer am Abend die Krönung der neuen Majestäten, nachdem der Vorsitzende Richard Spicher dem alten Königs- und Prinzenpaar den Dank der Bruderschaft ausgesprochen hatte. Dann begannen der Fackelzug mit einem anschließenden, imposanten Zentralfeuerwerk und danach der Königsball zur Jahrhundertfeier.

Den harmonischen Ausklang des Jubelfestes bildete schließlich am Dienstag der Familienabend der Bruderschaft im Festsaal Tix.

Wesentlichen Anteil am gelungenen Ablauf der Festlichkeiten hatte der Festausschuss, der sich aus den Schützenbrüdern Helmut Beyel (Vorsitzender), August Frangenberg, Hartwig Jesse und Alois Schmitz zusammensetzte.

Besonderer Dank galt auch Fräulein Maria Metz, die in so überzeugender Weise die Chronik der Bruderschaft niederschrieb sowie Hans-Georg Wesolowski, der die Gesamtgestaltung der Festzeitschrift innehatte.

1965. Jakob Heister eröffnete den Reigen erfolgreicher Schützen unserer Bruderschaft. Stolz kehrte er als Bezirkskönig zu den seinen heim.

Eine Veränderung in der Zusammensetzung der Schützenbruderschaft geschah im Jahr 1966. Es erfolgte die Eintragung als gemeinnütziger e.V. Als erster geschäftsführender Vorstand fungierte: Richard Spicher (1. Vorsitzender), Alois Eicker (2.Vorsitzender), August Frangenberg (Kassierer).

Im Laufe des darauf folgenden Jahres trat Richard Spicher nach 5-jähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender der Bruderschaft zurück. Bis zur Neuwahl im Jahr 1968, bei der Hans-Jakob Ditzer als 1. Brudermeister gewählt wurde, nahm Alois Eicker als stellvertretender Vorsitzender und langjähriger Schützenmajor kommissarisch die vielfältigen Aufgaben der Vereinsführung wahr.

Am 30. April 1967 erfolgte endlich die Einweihung des lang ersehnten, neuen Schießstandes. Der Kostenvoranschlag belief sich auf rund 28.000,--DM, wovon allein 11.000,--DM an Eigenleistung erbracht wurden.

Ein erfolgreiches Jahr 1968, dies durften die Schützen vermerken. Aus ihren Reihen wurde Heinz Jansen in Kalkofen neuer Bezirkskönig und konnte anschließend in Brühl einen hervorragenden 7. Platz anlässlich des Bundesschützenfestes vorweisen. Dafür war das Wetter während des heimischen Schützenfestes so schlecht, das der Festzug am Montag abgebrochen werden musste.

Auch im folgenden Jahr wurden gute Ergebnisse der Schießmannschaft erzielt. Den Sülztalpokal nahm sie mit einer bravourösen Leistung von 280 erreichten Ringen als begehrte Trophäe in Empfang. Nahtlos an diese große Leistung schloss sich 1970 Paul Wolf mit der Würde als Bezirkskönig an.

Zur weiteren Verbesserung des Schießstandes wurde dieser im gleichen Jahr um zwei neue Schießbahnen erweitert. Die Finanzierung erfolgte zum Teil durch den Verkauf von Bausteinen. Eine originelle Idee, wie sich herausstellte, denn rund 1/5 der Kosten konnten hierdurch abgedeckt werden.

Ein besonderes Geschenk übergab das amtierende Königspaar Waldemar und Nanni Lenort der Bruderschaft. Sie stifteten ein neues Kleinkalibergewehr, welches heute noch rege benutzt wird.

Theo Scheurer wurde 1974 als 1. Brudermeister Nachfolger von Hans-Jakob Ditzer. Dieses verantwortungsvolle Amt bekleidete er in seiner bekannt souveränen Art bereits zum Jahr 1990. Zwangsläufig musste er jedoch durch diese Wahl sein Amt als Jungschützenmeister, welches er seit Gründung der Jungschützenabteilung im Jahr 1953 leitete, niederlegen. Diese Aufgabe übernahm Heinz Jansen.

Im gleichen Jahr, 52 Jahre nach der von ihm errungenen Königswürde, schoss Robert Schulte zum Anlass des 110-jährigen Jubiläums der Bruderschaft den Kaiservogel von der Stange. Auch konnte zum Jubiläum eine neue Vereinsfahne feierlich geweiht werden.

Einen wunderschönen Ausflug verdankten 1975 die Schützen unserem Vereinswirt Kurt Roth. Er stellte der Bruderschaft einen Bus zur Verfügung, um auch mal an einem Schützenfest im Sauerland zünftig teilnehmen zu können. Ein paar wirklich schöne Stunden mit den Westfelder Schützen in einer großartigen Festhalle sind heute noch vielen in guter Erinnerung.

In den folgenden beiden Jahren wurden hintereinander 2 Bezirkskönige aus den Reihen der Bruderschaft hochgelobt. Siegfried Schilling und Georg Schmitz. Ebenso erfolgreich als Bezirksprinz war 1977 Kurt Mausbach.

1976. Zum ersten Mal in diesem Jahr veranstaltete die Schützenbruderschaft Süng das traditionelle Pfarrfest in eigener Regie. Dabei wurde ein Reinerlös von ca. 2.500,-- DM erwirtschaftet, der dem Verein für dringend notwendige Anschaffungen zugute kam.

Bei der feierlichen Eröffnung des neuen katholischen Kindergartens in Süng im Jahr 1977 durfte die Bruderschaft auch mitwirken. Doch auch bei einer Schützenbruderschaft kann schon einmal „Sand ins Getriebe“ kommen. In diesem Jahr war nicht alles „eitel Sonnenschein“ im wahrsten Sinne des Wortes. Es begann damit, dass die Kreisverwaltung die Genehmigung für die Durchführung der Festzüge verweigerte. Nach zähen Verhandlungen konnte letztendlich doch die Genehmigung erwirkt werden, jedoch mit enormen Auflagen. Das bergische Wetter spielte auch mal wieder nicht mit, denn montags kam der große Regen, so dass der zur Ausführung hart erkämpfte Festzug nun doch ausfallen musste. Das erstmals wieder durchgeführte Zentral-Feuerwerk, übrigens von Hartwig Jesse ins Leben gerufen, von der Bevölkerung mit großem Interesse erwartet, wurde durch die widrigen Umstände nur unter äußerst schwierigen Bedingungen abgebrannt. Doch auch positives konnte vermeldet werden. Einmalig in der Vereinsgeschichte, dass zwei Brüder, nämlich Heinz und Rolf Jansen, die Königs- bzw. Prinzenwürde nach fairem Wettkampf errangen. Josef Baldsiefen wurde im gleichen Jahr einer der höchsten Auszeichnungen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften zuteil. Im wurde anlässlich des Winterfestes der Bruderschaft das Sankt Sebastianus Ehrenkreuz in festlicher Runde verliehen, welches er vor lauter berechtigtem Stolz und Freude auch in der folgenden Nacht noch trug.

Am 26.11.1977 verabschiedete die Pfarrgemeinde nach 17-jähriger Tätigkeit ihren Pfarrer Weimer und Präses der Schützenbruderschaft Süng. Wir hätten ihn gern zur Jubiläumsfeier in diesem Jahr in unseren Reihen begrüßt. Leider ist Pfarrer Weimer zu diesem Zeitpunkt unabkömmlich, wie er uns zu unserem Bedauern mitteilte.

Alois Eicker, unserem Schützenmajor, wurde 1978 in Anerkenntnis seiner erworbenen Verdienste innerhalb der Schützenbruderschaft ebenfalls das Sankt Sebastianus Ehrenkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften verliehen. Einer über 30 Jahre verdienstvollen Tätigkeit wurde Rechnung getragen.

Das Schützen auch noch auf anderen Ebenen erfolgreich auftreten können, bewies das in Hartegasse durchgeführte Fußballturnier der Ortsvereine. Ein 1.Platz unter Beteiligung vieler „alter Fußballhasen“ konnte sich sehen lassen.

Helmut Kremer übernahm im gleichen Jahr das Amt des Jungschützenmeisters.

Die Reihe der Bezirkskönige ließ sich auch 1979 fortsetzen. Willi Siebel war diesmal erfolgreich. Erstmals in der Vereinsgeschichte war auch festzustellen, dass die Bruderschaft die komplette Verpflichtung und Betreuung der Schausteller zum Schützenfest übernahm.

Ein neuer Pfarrer in Hartegasse/Süng. Am 02.09. des gleichen Jahres konnte die Pfarrgemeinde zwar bei Regenwetter, aber auch mit Begeisterung Pfarrer Stefan Szabo empfangen, der gleichzeitig auch neuer Präses der Schützenbruderschaft wurde. Die Einführung erfolgte durch Dechant Steinbach, unter Mitwirkung von Dechant Scheurer, Pater Schwenzfeier, Pater Offermann und den Pfarrern Josef Prinz und Walter Habel. Außerdem konnte ihn der damalige Bürgermeister Josef Vollmer auf das herzlichste begrüßen. Die Bruderschaft ließ es sich nicht nehmen, Spalier beim festlichen Geleit vom Pastorat zur Kirche zu stehen.

Auch die Jungschützenabteilung entwickelte neue Aktivitäten. 1980 übernahmen die Jungschützen erstmals am Schützenfest-Dienstag die Bewirtschaftung des Bierstandes und den Verkauf von Spießbraten. Hieraus ergab sich für die Jungschützen eine erhebliche Verbesserung ihrer Mittel, um den obligatorischen Jahresausflug entsprechend durchführen zu können.

Zu einer großen Bereicherung des Schützenfestes kam es im Jahr 1981. Der junge Musikverein Süng übernahm die gesamte Festzugmusik in Verbindung mit dem Tambour Korps Hartegasse und spielte zum ersten Mal auch zum traditionellen Frühschoppen. Der Festzug wurde durch diese innerörtliche Bereicherung auf den Sonntag-Nachmittag verlegt. Eine erfolgreiche Umsetzung, wie sich herausstellte.

Auch für das äußere Erscheinungsbild der Schützenbrüder wurde wieder etwas getan. Seit 1982 tragen alle aktiven Schützen ein neues Vereinsemblem auf Ihren Grünröcken. Aber das Jahr fing noch verheißungsvoller an. Traditionell beginnt die Bruderschaft auf Neujahr oder auf dem danach folgenden Sonntag mit dem beliebten Brezelschiessen. Nur musste diesmal unser Schießmeister die Veranstaltung frühzeitig verlassen, da sein Sohn ausgerechnet an diesem Tag getauft werden sollte. Ein Anlass für die Schützen, kurzfristig einen Bus zu chartern, um bei der Taufe in der Pfarrkirche in Frielingsdorf präsent zu sein. Für das jüngste neue Mitglied der Bruderschaft ein würdiger Rahmen, so dachte man. Nach einem kurzen Umzug durch Frielingsdorf trat man zur Rückfahrt nach Hartegasse an. So weit, so gut, aber das große Donnerwetter ließ nicht lange auf sich warten, da nicht alles im sonst üblichen Rahmen stattgefunden hatte. Das soll aber auch schon mal bei Schützenbrüdern vorkommen.

Gute Schießergebnisse wies die Schießmannschaft in der Einzelwertung im Jahr 1983 vor.

Herbert Jansen, ein weiterer Jungschütze, der in diesem Jahr bei der Erringung der Bezirksprinzenwürde erfolgreich war.

Nach langer Pause führte die Bruderschaft beim Winterfest wieder ein Theaterstück auf, welches großen Beifall erntete und heute aus dem Programm nicht mehr wegzudenken ist.

Im darauf folgenden Jahr wurde zum ersten Mal der neu errichtete Hochstand beim Schützenfest benutzt, der übrigens auch in vollständiger Eigenleistung erstellt wurde. Für unseren Schützenmajor Alois Eicker Ansporn zu großen Leistungen. Am Schützenfestsonntag errang er souverän die Kaiserwürde. Einen Tag später, genau 25 Jahre nach seinem ersten Königsschuss, konnte er wieder als König gefeiert werden. Ein toller Erfolg, den er später noch als Bezirkskönig abrundete.

Ein total überfülltes Pfarrheim anlässlich des am 11.11. abgehaltenen Bruderschaftstreffens in Süng ließ auf eine überraschend rege Beteiligung schließen.

1985. Bundesschützenfest in Bergisch Gladbach. Ein Erlebnis für alle teilnehmenden Aktiven. Eine große Abordnung der Bruderschaft begleitete das amtierende Königspaar, Josef und Ingrid Spiegel, selbst wohnhaft in Bergisch Gladbach. Auch wenn mal zwei Schützenbrüder in der gewaltigen Menschenmenge von der Fahne gingen, berichtete man anschließend trotzdem von einem eindrucksvollen Fest.

Den Jungschützen wurde geholfen. Auch der Prinz erhält eine finanzielle Unterstützung vom Verein. Ein Grund mehr, den Wettbewerb durch rege Beteiligung noch interessanter zu gestalten.

Pater Siegers, seit Jahren von der Schützenbruderschaft für seine Gemeinde in Brasilien finanziell unterstützt, feierte sein 25-jähriges Priesterjubiläum in Süng.

Königs- und Prinzenvogelschießen 1986. Ein Ereignis, welches neue Maßstäbe setzte. Vater und Sohn gleichzeitig erfolgreich. Josef Sprenger wurde 25 Jahre nach seinem ersten Erfolg wieder König. Sein Sohn Herbert Sprenger hatte ihm knapp eine Stunde vorher gezeigt, wie man es macht. Er wurde neuer Schützenprinz.

Der 2. Brudermeister, Alois Eicker, scheidet nach 38 Jahren aus Altersgründen aus dem Vorstand aus. Das Amt des Schützenmajors wird er aber auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstandes weiter ausüben. Sein Nachfolger als 2. Vorsitzender wurde der bisherige Jungschützenmeister Helmut Kremer. Zum neuen Jungschützenmeister wählte man Norbert Schneider.

Zu hohen Ehren anlässlich des Winterfests kamen Theo Scheurer und Josef Spiegel. Beide Schützenbrüder wurden mit dem St. Sebastianus Ehrenkreuz durch Bundesmeister Jac Boltz ausgezeichnet. Theo Scheurer wegen seiner vorbildlichen, langjährigen Vorstands- und Brudermeistertätigkeit, Josef Spiegel wegen seiner ausgezeichneten Organisationsarbeit zur Durchführung des Bundesschützenfestes in Bergisch Gladbach.

Ein Jahr nach dem Jubiläum von Pater Siegers konnte auch Pfarrer Rudolf Scheurer sein 25-jähriges Priesterjubiläum in Süng feiern.

Die Schießmannschaft zeichnete sich auch im Jahr 1987 wieder aus. Mit 572 von 600 möglichen Ringen wurde der begehrte Sülztalpokal nach 18 Jahren wieder gewonnen. Aber auch die Jungschützen konnten Frank Steinhäuser aus ihren Reihen hochleben lassen. Er wurde schon traditionsgemäß neuer Bezirksprinz.

Zwei Schützenbrüder bedürfen noch einer besonderen Erwähnung. Heinz Jansen und Herbert Schmitz. Im Jubiläumsjahr können beide auf eine 25-jährige Tätigkeit in der Schießmannschaft zurückblicken.

Ein schöner Erfolg im Jubiläumsjahr. Die Schießmannschaft konnte am 28.05.89 mit 573 Ringen die Gemeinde-Wanderkette erringen.

Mit einem großen Festkommers wurde das Schützenfest anlässlich des 125-jährigen Jubiläums eingeleitet. Viele Abordnungen befreundeter Schützenvereine und

-bruderschaften aber auch die Ortsvereine und Vertreter aus Kirche und Politik durften vom Vorsitzenden Theo Scheurer begrüßt werden.

Es sollten fünf weitere tolle Festtage folgen, die den Schützen und der Bevölkerung einiges zu bieten hatten. Erwähnt sei neben dem besonders großen Festzug auch die Aufführung des „Großen Zapfenstreichs“ oder der Bayrische Abend mit den „Lustigen Hopferauern“, die ein vollbesetztes Festzelt zum Kochen brachten. Vieles war sicherlich einmalig, Vieles wurde aber in den folgenden Jahren und Jahrzehnten jedoch auch liebgewonnene Tradition. So wurde 1989 nicht im Saal Sprenger-Roth gefeiert, sondern eigens ein großes Festzelt auf dem damaligen Dorfplatz errichtet. Zunächst sollte dieses alle fünf Jahre so sein, doch schon wenige Jahre später musste man aus verschiedenen Gründen, das Schützenfest dauerhaft ins Festzelt verlegen. Ebenso etabliert hat sich seitdem, die insbesondere an die Jugend gerichtete Disco am Freitagabend.

Wie selbstverständlich erscheint es im Rahmen eines solchen Festes, dass bei den Schießwettbewerben die Zahl der Bewerber besonders groß war. Aus vielen Kandidaten konnten sich Günter Börsch als Kaiser, Herbert Schmitz als König und Thomas Wester als Prinz durchsetzen. Besonders schön, dass sowohl König als auch Prinz ihre Erfolge auf Bezirksebene wiederholen konnten.

Das Jubiläumsjahr sollte mit einem Kracher enden. Diesmal nicht auf lokaler Ebene, sondern mit dem Fall der Berliner Mauer. Durch das Verschwinden des „Eisernen Vorhangs“ veränderte sich die weltpolitische Landkarte enorm. Schon ein Jahr später wurde in Hartegasse am 02. Und 03. Oktober 1990 unter der Mitwirkung unserer Bruderschaft, groß die Wiedervereinigung gefeiert. Zwischen diesen beiden Ereignissen hatte sich aber auch in den eigenen Reihen eine wesentliche Veränderung ergeben. Manfred Müller wurde im Frühjahr 1990 von der Mitgliedersammlung zum neuen Vorsitzenden und somit Nachfolger von Theo Scheurer gewählt. Eine Wahl, die sich in den nächsten Jahrzehnten noch mehrfach wiederholen wird.

Die Schießmannschaft setzte ihre Erfolgsserie fort. So konnten die Wanderkette der Gemeinde Lindlar, der Gemeindepokal und der Sülztalpokal verteidigt werden. Darüber hinaus errang man die besonders hoch  eingeschätzte Sülztalmeisterschaft. Das monatlich stattfindende Seniorenschießen wurde wiederbelebt und erfreut sich bis in die heutige Zeit großer Beliebtheit. Dem Chronisten ist die Doppeldeutigkeit des Begriffs durchaus bewusst. Zur Erläuterung deshalb der Hinweis, dass die Schützen eher älteren Jahrgangs sind und keinesfalls als Ziel herhalten müssen.

Im Jahr 1991 wurde der beim Jubiläum erwirtschaftete Gewinn fast vollständig in die Renovierung des Schießstandes investiert. Auf dem Schützenfest gab es in diesem Jahr ebenfalls ein Novum. Einige der damaligen Jungschützen und Mitglieder des Musikvereins waren der Meinung, man müsse den Samstagabend beleben. Gemeinsam wurde ein Programm erstellt und unter dem Motto „Bei uns sitzen sie in der ersten Reihe“ dem zahlreich erschienenen Publikum ein tolles Programm geboten. Die Begeisterung war so groß, dass in den Folgejahren, bis in die heutige Zeit, noch viele solche Abende das Schützenfest bereichern sollten. Auch wenn die Akteure wechselten und es die ein oder andere Unterbrechung gab, die Idee ist geblieben und lebt auch heute noch, repräsentiert durch das Dorf-TV-Team.

Was soll man als Chronist über die Schießmannschaft berichten? Ganz einfach, über die grandiosen Erfolge dieser Zeit. Die Schießmannschaft ließ es sich nicht nehmen, die in den Vorjahren errungenen Titel, einschließlich der Sülztalmeisterschaft, allesamt ein drittes Mal zu gewinnen. Auch überregional war man sehr erfolgreich, wie der 2. Platz bei den Diözesan- und der 3. Platz bei den Bundesmeisterschaften belegen.

Auf der Jahreshauptversammlung 1992 hieß es dann zunächst Abschied nehmen, wurde doch Josef Baldsiefen aus Schlüsselberg nach 46 Jahren Arbeit im Vorstand aus diesem verabschiedet. Er war am 07. Juli 1946 auf der ersten Generalversammlung nach dem 2. Weltkrieg in den Vorstand gewählt worden und gehörte diesem bis zu seinem Ausscheiden ununterbrochen an. Ebenfalls schied Herbert Schmitz als 2. Vorsitzender aus. Als sein Nachfolger wurde Norbert Schneider gewählt, der dieses Amt auch heute noch bekleidet.

1993 gab es dann eine Wiederholung eines Doppelerfolges von 1990. So wurde Thomas Kahm Bezirksprinz und Heinz Möschler Bezirkskönig.

1994 wurde im Rahmen des Schützenfestes dem ausscheidenden Fahnenträger Josef Kötter nochmals ausdrücklich gedankt, hatte er dieses Amt doch stolze 40 Jahre mit aller Würde bekleidet. Er wollte jüngeren Platz machen und so übernahm das Amt Thomas Kahm. Ob nun Zufall oder nicht, wurde eben dieser nicht nur neuer Fahnenträger, sondern auch erstmalig Vereinsmeister bei den Altschützen. Ein Sieg, der nur der Anfang einer langen Reihe von Erfolgen sein sollte. Bislang sicherlich gekrönt durch seine beiden Siege in den Jahren 2011 und 2012 bei den Bundesmeisterschaften der historischen deutschen Schützenbruderschaften.

Maßgeblich für die Erfolge der Schießmannschaft ab Ende der 80er-Jahre waren unter anderem Heinz Jansen und Herbert Schmitz und so sollten sie an diesem Morgen eine höchst seltene Ehre erwiesen bekommen, wurden Sie doch mit dem Ehrenkreuz des Sports mit Eichenkranz in Silber ausgezeichnet. Herr Pastor Walter Habel krönte 1994 erstmalig als neuer Präses die neuen Majestäten.

Die nun folgenden Jahre sollten eher ruhig, im Sinne von „ohne besondere Vorkommnisse“ verlaufen. Das Schützenfest umfasste nun inzwischen traditionell die Disco, den Bunten Abend am Samstag aber auch das Böllerschießen am Sonntagmorgen. Ab sechs Uhr in der Früh geht es los und einige unentwegte ziehen gemeinsam mit dem Tambourkorps durch das Dorf und erinnern „dezent“ daran, dass heute Schützenfest ist.

Das Schützenfest wurde bei allen sehr gut angenommen, lediglich der Krönungsball am Montagabend bereitete aufgrund eines eher schwachen Besuchs, den Schützenbrüdern ein wenig Kopfzerbrechen. Weiteres Kopfzerbrechen bereitete allerdings auch die Tatsache, dass das Vereinslokal inzwischen nicht mehr von Kurt und Edith Roth, sondern zunächst von wechselnden Pächtern und dann vorübergehend gar nicht mehr bewirtet wurde. Für den Saalbetrieb bedeutete dieses das dauerhafte Aus. Ein Umstand der die Bruderschaft zu einem dauerhaften Umzug in ein Festzelt zwang.

Doch auch hier gab es schnell Probleme. Nachdem bekannt wurde, dass auf dem bisherigen Dorfplatzgelände ein Kindergarten errichtet werden sollte, fehlte zunächst der Platz um das Zelt in Nähe der Kirmes zu errichten. Diese fand immer noch auf dem Parkplatz Sprenger-Roth und hinter der Gaststätte Tix statt. Ebenfalls ein Umstand, der schon länger für Probleme sorgte, führte die Hauptstraße doch mitten durch das Fest und eine Umleitung des immer stärker werdenden Verkehrs war nicht möglich.

Eine Lösung gab es erst, als im Zusammenhang mit der Errichtung des Kolping-Kindergartens ein neuer Festplatz hinter dem bisherigen Gelände errichtet wurde. Dieser bot zumindest ausreichend Platz für ein Festzelt aber auch für die Fahrgeschäfte und übrigen Schaustellerbetriebe und so fand 1996 erstmalig sowohl Kirmes als auch Schützenfest auf diesem neuen Gelände statt.

Das folgende Jahr 1997 wartete gleich zu Beginn mit einer Neuerung auf. Das traditionelle Winterfest wurde erstmalig in der Turnhalle durchgeführt. Über 260 Zuschauer bescherten der Bruderschaft ein volles Haus und durften einer tollen Aufführung der Theatergruppe, die sich inzwischen Hartegasser Theaterteam (HTT) nennt, beiwohnen. Besucherzahlen, die in den folgenden Jahren immer noch wieder getoppt werden sollten, bevor strengere Sicherheitsvorschriften zu einer Reduzierung der Platzanzahl und vorübergehend sogar zu einem Ausfall der Veranstaltung führen sollten. Dazu aber später mehr.

Im Laufe der letzten Jahre hatte man sich derart an überragende Ergebnisse der Schießmannschaften aber auch einzelner Schützen gewöhnt, dass man dieses schon fast als Selbstverständlichkeit abtun könnte. Stellvertretend sei hier vermerkt, dass Michael Wester 1999 und im folgenden Jahr Rolf Tix jeweils die Würde des Bezirkskönigs errangen.

Im Rahmen des Schützenfestes 1999 gab es eine weitere Neuerung. Am Samstagnachmittag wurde Manuel Schneider erster Schülerprinz der Schützenbruderschaft. In diese Zeit fällt auch der Umzug des Vogelschießens auf die Wiese hinter dem Zelt. Dadurch haben die Wettbewerbe des Prinzen- und Königsvogelschießens für die Festbesucher enorm an Attraktivität gewonnen.

Die nun folgenden Jahre sollten von einem scheinbar nicht enden wollenden Tauziehen um die Errichtung eines neuen Schießstandes geprägt sein. Auf der Jahreshauptversammlung 2000 wurde den Mitgliedern noch voller Optimismus ein Architektenentwurf für einen Neubau neben dem Gelände am Sportplatz präsentiert. Was folgte war jedoch ein jahrelanges hin und her zwischen den verschiedensten Behörden und Instanzen. Als dann soweit alles geklärt war, drehte die öffentliche Hand kurzerhand den Geldhahn zu und somit wurde das Vorhaben auf unbestimmte Zeit zu den Akten gelegt.

Fünf Jahre nachdem man den Verlust des langjährigen Majors und Hauptmanns Alois Eicker zu beklagen hatte, wurde auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 2002 dann durch Ehrenbezeugung auch an zuvor verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Theo Scheurer gedacht.

Während die Schützen in der Mannschaft auch weiterhin von Erfolg zu Erfolg eilten, lief es vorübergehend bei den Majestäten nicht so optimal und man musste sich mit dem ein oder anderen hinteren Platz begnügen.

Im Jahr 2003 beteiligte sich die Bruderschaft aktiv an der Organisation und Durchführung des Jubiläums „500 Jahre Schützenwesen in der Gemeinde Lindlar“. Diese Gemeinschaftsveranstaltung war überaus gelungen und so konnte, unter anderem durch den Verkauf der Festschriften und Jubiläumsnadeln, ein Erlös von rund 5800,- Euro erwirtschaftet werden, der komplett der Lebenshilfe Lindlar zur Verfügung gestellt wurde.

Auch Innerorts konnte man einen Erfolg verbuchen. Wurde doch endlich der Wunsch erfüllt und als Uhrzeit für die Schützenmesse, 10 Uhr seitens der Pfarrgremien festgelegt und somit einem Wunsch der Bruderschaft entsprochen. Die zunächst geplante Verlegung auf 11 Uhr hätte den traditionellen Ablauf des Festes doch erheblich auf den Kopf gestellt.

2006 dann ein herber Rückschlag. Nachdem bereits das Winterfest 2005 nur unter strengen Auflagen in der Turnhalle hatte stattfinden können, entschied man sich 2006 und in den Folgejahren dazu, ganz auf die Durchführung zu verzichten, da sich die Ausgangslage nochmals verschlechtert hatte. Aus der Not eines ausgefallenen Festes wurde kurzerhand eine Tugend gemacht und so folgten viele der Einladung des seinerzeit amtierenden Königspaares Peter und Katrin Kahm, die alle ehemaligen Könige und Prinzen in die Gaststätte Tix zu einem zünftigen Frühschoppen mit dem Musikverein und dem Tambourkorps eingeladen hatten.

Vom Bezirkskönigsschießen 2007 kehrte Thomas Kahm als König nach Hause zurück und beendete damit eine mehrjährige Durststrecke. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit, scheinen Sünger Könige den Bezirkskönig immer im Doppelpack zu schießen, denn auch im Folgejahr errang Joachim Göttlich die Königswürde auf Bezirksebene. Um dieses Ergebnis noch zu toppen, wurde 2009 dann auch  noch Andreas Grebe Bezirkskönig.

Nach drei Jahren der Abstinenz begann das Schützenjahr 2009 endlich wieder mit dem traditionellen Winterfest in der Turnhalle. Möglich war dieses nur durch die Umsetzung eines neuen Konzeptes und die Bewirtung in Eigenregie. Letztere wurde komplett vom SSV Süng übernommen.

Aber auch der Sommer sollte durchgreifende Neuerungen bringen. Die Zusammenarbeit mit den zuletzt verpflichteten Festwirten war zwar im Großen und Ganzen sehr zufriedenstellend, doch ließ der jährliche finanzielle Misserfolg eine solche Konstellation dauerhaft nicht mehr zu. Die ernsthafte Überlegung stand im Raum, wie es mit dem Schützenfest weitergehen kann. Auch hier konnte nur ein grundlegend neues Konzept Abhilfe schaffen und so wurde kurzerhand ein Festausschuss gegründet, der sehr schnell Taten folgen ließen. Eine der wesentlichsten Veränderungen war dabei sicherlich die Bewirtung des Festzeltes in Eigenregie. Eine inzwischen bewährte Maßnahme. Aber auch an anderer Stelle gab es Veränderungen. Mit Lemmis Cocktailbar kehrte eine Institution auf den Festplatz bzw. inzwischen ins Zelt zurück, die insbesondere beim jungen und junggebliebenen Publikum sich größter Beliebtheit erfreute.

Die seit Anfang der 1990er-Jahre bestehenden Aktivitäten am Samstagabend war in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten und zuletzt gänzlich zum Erliegen gekommen. Wie in den Gründerjahren (des bunten Abends) taten sich erneut Musiker des Musikvereins Süng, Jung- und neuerlich auch Altschützen sowie „Zivilisten“ zusammen um dem Samstagabend ein neues Outfit zu verpassen. So gibt es nun schon einigen Jahren die Dorf-TV-Show.

Schnell zeigte sich, dass das Gesamtpaket stimmt und in Hartegasse tolle Schützenfeste gefeiert werden. So auch  im Jahr 2012, als das Tambourkorps Hartegasse sein 100-jähriges Bestehen im Rahmen des Schützenfestes feierte und insbesondere mit einem unvergesslichen Festzug am Samstagnachmittag und gemeinsamem Aufspielen aller beteiligten Kapellen sehr viele Besucher anlockten.

Am Schützenfest-Sonntag wurde Helmut Kremer mit dem Ehrenkreuz des Sports in Gold durch den Bundesschießmeister Walter Finke ausgezeichnet. Nicht nur für den Geehrten selbst ein besonderes Ereignis.

Nunmehr darf die Schützenbruderschaft auf eine fast 150-jährige Vereinstätigkeit zurückblicken. Ein Anlass, der uns mit Freude und Stolz verpflichtet, das Jubiläumsfest in einem würdigen Rahmen durchzuführen. Die Vorbereitungen zu diesem Fest laufen bereits jetzt auf Hochtouren, und wir sind gewiss, dass das Jubiläum wieder dazu beitragen wird, neuen Aufschwung für die Schützenbruderschaft in religiöser, kirchlicher und geselliger Hinsicht zu garantieren.

Christoph Klein
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